Amphibientod durch schnelles Fahren
Oft wundern sich Amphibienschützer, warum sie auf den Straßen tote Amphibien finden, die nicht überfahren wurden. Viele Autofahrer versuchen in bester Absicht, im Scheinwerferlicht erstarrte Frösche und Kröten zu umfahren oder zwischen die Räder zu nehmen. Leider vergeblich: Untersuchungen von Prof. Dietrich Hummel am Institut für Strömungsdynamik der Technischen Universität Braunschweig haben gezeigt, dass ein fahrendes Auto starke Veränderungen in der Luftdruckverteilung verursacht: Vor dem Fahrzeug entsteht Überdruck, unter dem Fahrzeug bildet sich Unterdruck. Diese Stoßwelle fegt über das am Boden hockende Tier hinweg. Ob die Heftigkeit der Druckwelle den Frosch-Tod verursacht oder die Plötzlichkeit, mit der sich die Belastung aufbaut, ist nicht geklärt. Auf jeden Fall ist die Belastung so groß, dass die Tiere regelrecht platzen und die Eingeweide heraus gedrückt werden. Je schneller ein Fahrzeug fährt, desto heftiger wird die Druckwelle. Die einzige Möglichkeit, den Fröschen und Kröten das Leben zu retten, sind Geschwindigkeiten unter 30 km/h!
 
Literatur:
Hummel, D. (2001): Amphibienschutz durch Geschwindigkeitsbegrenzung - eine aerodynamische Studie. Natur und Landschaft 76/12, S. 530-533